Der Drachentöter Ferdinand
von Ina Elbracht
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Der Drachentöter Ferdinand
wär gern im ganzen Land bekannt
sehr mutig ist er zweifellos
hält sich für stark, behänd und groß.

Das eine ist ganz sonnenklar -
er findet sich ganz wunderbar.
Ihr habt es sicher schon erraten,
Er prahlt sehr gern mit seinen Taten.

Er hat ein einziges Problem:
'Nen Drachen hat er nie geseh'n.
Er möcht so gerne einen morden
und macht sich auf den Weg nach Norden.

Die Reise soll sich schließlich lohnen
weil hier die meisten Drachen wohnen.
Zum Glück da hat er Annifred
sein Schlachtross, das statt seiner geht.

Sie ist ein wunderbares Tier
Doch Beine hat sie mehr als vier
der Ferdinand geht auf die Reise
und sitzt auf seiner Reitameise.

Doch schweigen wir darüber still
weil's Ferdinand nicht hören will
und er am liebsten ganz vergisst
dass er ein kleiner Floh nur ist.

So reitet er mit stolzem Blick
schaut nur nach vorn und nicht zurück
und späht in unbekannte Fernen
die Welt, die soll ihn kennen lernen.

Er reitet über Stein und Stock
in seinem kleinen Waffenrock
"Haha es dauert nicht mehr lange
dann mach' ich alle Drachen bange"

So spricht er, unser Ferdinand
Annifred trippelt durch den Sand
und bald - wer hätte es gedacht?
ist der erste Drache ausgemacht.

Er ist ganz grausig anzuseh'n
und überhaupt kein bisschen schön
da freut sich unser Ferdinand
und nimmt die Sache in die Hand.

Er springt herab und zieht sein Schwert
denn so was ist ja nie verkehrt.
Es scheint ihm absolut vonnöten
den Drachen möglichst schnell zu töten.

So rennt er auf die Bestie los
und fühlt sich tapfer und famos.
Der Drache blinzelt, denn er ruht
und fragt sich was der Floh wohl tut.

Er unterdrückt ein lautes Lachen
und beschließt das Spiel dann mitzumachen.
Wie angewurzelt bleibt er stehen
und lässt ein Zähnefletschen sehen.

"Oh böser Drache nimm nun dies
ich mach dich tot mit meinem Spieß!",
so ruft er aus und meint's auch so
Er ist ein tapf'rer kleiner Floh.

Der Drache sagt dazu nicht viel
und konzentriert sich auf das Spiel.
Der Ferdinand geht auf ihn an
und kämpft so gut er kämpfen kann

Er ist dabei ganz frohgemut
so wie ein Floh das immer tut.
Der Drache wälzt sich im Gelände
und mimt sein jähes, schweres Ende.

Der Ferdinand ist obenauf
und springt auf's Drachentier hinauf.
So steht er lang' auf seinem Rücken
Und ist voll innerem Entzücken.

Und ruft das eine oder and're Mal:
"Der Drache starb in großer Qual
durch die so unerschrock'ne Hand
des Drachentöters Ferdinand!"

Er ist mit sich wohl sehr zufrieden
Und lässt den Drachen einfach liegen
Er zieht mit Annifred hinfort
der Drache liegt noch an dem Ort.

Bald ist der Floh nicht mehr zu seh'n
Der Drache traut sich aufzusteh'n.
Er geht davon, es geht ihm gut
geflossen ist kein Drachenblut.

Er lächelt fein in sich hinein
und fragt sich, war es wohl gemein,
ihm zu verschweigen, dass er Mist-
Käfer und kein Drache ist?
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