Ernest Hemingway
Paris - ein Fest fürs Leben


An jenem Nachmittag erzählte sie uns auch, wie man Bilder kauft.
"Sie können entweder Kleider oder Bilder kaufen", sagte sie. "So einfach ist es. Niemand, der nicht sehr reich ist, kann beides tun. Schenken Sie Ihrer Kleidung keine Aufmerksamkeit und der Mode überhaupt keine Aufmerksamkeit, und kaufen Sie Ihre Kleidung unter dem Gesichtspunkt der Bequemlichkeit und Haltbarkeit, und dann haben Sie das Kleidergeld, um Bilder zu kaufen. "
"Aber selbst wenn ich nie wieder etwas zum Anziehen kaufen würde", sagte ich, "hätte ich nicht genug Geld, die Picassos zu kaufen, die ich haben möchte."
"Nein. Der kommt für Sie nicht in Betracht. Sie müssen Leute Ihres Alters, Ihres eigenen Rekrutenjahrgangs kaufen. Sie werden sie kennenlernen. Sie werden sie in Ihrem Viertel treffen. Es gibt immer gute, neue, ernsthafte Maler. Aber es handelt sich gar nicht darum, daß Sie sich soviel zum Anziehen kaufen. Es ist immer Ihre Frau. Damengarderobe, die ist teuer. "
Ich sah, wie sich meine Frau bemühte, nicht auf die seltsame Zwischendeckkleidung, die Miss Stein trug, zu blicken, und es gelang ihr.


Wenn der Frühling kam, selbst der trügerische Frühling, gab es keine Probleme außer dem, wo man am glücklichsten sein würde. Das einzige, was einen Tag verderben konnte, waren Menschen, und wenn man vermeiden konnte, Verabredungen zu treffen, so war jeder Tag ohne Grenzen. Menschen waren immer die Begrenzer des Glücks, bis auf die sehr wenigen, die so gut waren wie der Frühling selbst.


Dort konnte man immer ins Luxembourg-Museum gehen, und alle Bilder waren schärfer und klarer und schöner, wenn man leerbäuchig und ausgehöhlt-hungrig war. Wenn ich hungrig war, lernte ich Cezanne erst richtig verstehen und wahrhaft sehen, wie er seine Landschaften machte. Ich fragte mich oft, ob er beim Malen auch hungrig gewesen war, aber ich dachte, vielleicht war er es nur, weil er das Essen vergessen hatte. Es war einer jener unsinnigen, aber einleuchtenden Gedanken, die man hat, wenn man nicht geschlafen hat oder hungirg ist. Später dachte ich, Cezanne sei vielleicht auf andere Art und Weise hungrig gewesen.


Scott Fitzgerald
Sein Talent war so natürlich wie das Muster, das der Staub auf den Flügeln eines Schmetterlings bildet. Einst verstand er es ebensowenig, wie der Schmetterling es verstand, und er wußte nicht, wann es angestoßen oder beschädigt war. Später wurde er sich seiner verletzten Flügel und ihrer Konstruktion bewußt, und er lernte denken und konnte nicht mehr fliegen, weil die Liebe zum Fliegen fort war, und er konnte sich nur daran erinnern, wie es mühelos gewesen war.

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