Pär Lagerkvist

Die Liebe und der Tod


Eines Abends, als ich mit meiner Geliebten auf der Straße ging, öffnete sich plötzlich die Tür eines düsteren Hauses, an dem wir vorbeikamen, und ein Liebesgott trat mit einem Fuß aus dem Dunkeln. Es war kein gewöhnlicher kleiner Cupido, sondern ein großer Kerl, schwer und sehnig, am ganzen Körper behaart; wie er da so stand mit seiner groben Armbrust und auf mich zielte, glich er eher einem rohen Bogenschützen. Er schoß einen Pfeil ab und traf mich in die Brust. Dann zog er sein Bein zurück und schloß die Tür des Hauses, das wie eine finstere, freudlose Burg aussah. Ich sank zu Boden, meine Geliebte setzte ihren Weg fort. Ich glaube, sie merkte gar nicht, daß ich niedersank. Wenn sie es gemerkt hätte, wäre sie sicher stehengeblieben, hätte sich über mich gebeugt und versucht, etwas für mich zu tun. Sie ging weiter, daraus konnte ich ersehen, daß es ihr nicht aufgefallen war. Mein Blut rann ihr im Rinnstein noch eine Weile nach und versiegte dann.


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