Einige Erläuterungen zu meinen Ölgemälden
 
Fraktale sind graphische Gebilde, mit denen die Morphologie komplexer Grenzlinien untersucht werden können. Diese Grenzen verlaufen zwischen deterministischem Verhalten und aufkommendem Chaos in verschiedenen physikalischen Systemen. Sie werden durch die iterative Berechnung relativ einfacher Gleichungen modelliert, z.B. zn+1=zn2+c. Dabei sind z und c komplexe Zahlen. Dies ist das wohl bekannteste Beispiel, die sogenannte Mandelbrotmenge (oder auch Apfelmännchen). Zwei wesentliche Eigenschaften von Fraktalen sind die Selbstähnlichkeit in jedem Vergrößerungsmaßstab sowie ihre gebrochene, fraktale Dimension.
Unabhängig vom wissenschaftlichen Nutzen haben Fraktale oft auch einen ästhetischen Reiz. Dieses Ölgemälde entstammt der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Fraktalen, ist aber nicht berechnet, sondern frei assoziiert.
Hinzu kommen Grundfarben und Grundformen.
Dieses Bild ist ein Fraktal, was man vielleicht auf den ersten Blick wegen der eher ungewöhnlichen Form gar nicht erkennen mag. Es ist ein winziges Detail aus einer Darstellung, die ich nach den oben erklärten Prinzipien der Iteration einer komplexen Funktion mit dem von mir geschriebenem Computerprogramm xman berechnet habe. Es handelt sich um eine Exponentialfunktion in der 1/z-Ebene, sowie binary decomposition.
Diese eine Stelle sah für mich so aus wie ein comic-artiges Gesicht. Darum habe ich es vergrößert gemalt.
Durch die Anordnung in Reih und Glied werden die Menschen zu einem Objekt reduziert und vereinheitlicht, denn in einer Menge verliert der Einzelne an Individualität. Doch da ist einer unter ihnen, der ist anders, zumindest etwas, und der fällt deswegen auf. Er ist genau ins Zentrum des Bildes gerückt. Die Szene wird von einer einzigen Lichtquelle beleuchtet, die sich etwa dort befindet, wo die Augen des Betrachters sind.
Den Titel Wind, Sand und Sterne habe ich im Nachhinein als Hommage an die Bücher von Antoine de Saint-Exupéry vergeben. Ausgangspunkt für das Bild war aber der Wunsch, eine bestimmte Kombination von Farben zu verwenden.
Die Ausdifferenzierung der Farbnuancen ist von der Beleuchtung des Bildes abhängig. Die Grenzen zwischen Erde und Luft, zwischen konkret, abstrakt und Phantasie sind aufgelöst.
Erläuterungen zu den Zeichnungen
Weitere Erläuterungen auf insiderart
MENSCHEN. das magazin Ausgabe 03/2014, Seite 45
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